sachssb01_400pxDer Sachs Seitenborder ist aus dem „Sachs-Motor im Fahrrad“ entwickelt worden, der bis 1937 in über 200.000 Stück in aller Welt verbreitet war und im täglichen Gebrauch seine außerordentlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte.

Der Motor dient zum Antrieb von Paddelbooten, Faltbooten, Kanus, leichten Holzbooten und zum Hilfsantrieb für Segelboote. Leichtes Gewicht, zweckmäßige Anordnung der Einzelteile, bequeme Befestigungsmöglichkeit am Boot, einfache Bedienung und unbedingte Betriebssicherheit zeichnen den Motor aus.

Beschreibung

Der Sachs-Seitenborder besteht aus dem Motor, der Propellerwelle mit dem Propeller und der Aufhängevorrichtung. Die Propellerwelle lässt sich leicht abschrauben und der Motor von der Aufhängevorrichtung entfernen, sodass er sich bequem und handlich an dem dafür vorgesehenen Haltegriff tragen lässt und überall auf kleinstem Raum untergebracht werden kann. Die empfindlichen Motorteile, wie Zylinder, Zündeinrichtung, Vergaser usw. sind so gelagert, dass sie vor Anstoß und Abbruch geschützt sind.

Motor

sachssb02_400pxDer Motor ist ein wassergekühlter Zweitakter mit 98 ccm Zylinderinhalt, der reichlich 2 PS leistet. Die Kurbelwelle ist in zwei Kugellagern gelagert und durch Gegengewichte sorgfältig ausgewogen, sodass der Motor denkbar ruhig läuft. Der Zylinder aus Grauguss ist in Fahrtrichtung liegend angeordnet. Über dem Kurbelgehäuse liegt das Getriebe. Schwungrad und Umlaufmagnet, sowie die Zündeinrichtung sind wasserdicht gekapselt. Der Schwunglicht-Magnetzünder erzeugt sowohl den hochgespannten Zündstrom, als auch den niedergespannten Wechselstrom (5 Watt) für die Beleuchtung des Bootes. Der Vergaser, eine Spezial-Konstruktion, ist besonders feinwirkend ausgebildet. Er ist mit einer verstellbaren Düse ausgerüstet, die eine genaue Einstellung auf die jeweiligen Betriebsverhältnisse ermöglicht. Die für den Vergaser benötigte Luft wird durch einen Geräuschdämpfer angesaugt, der zugleich als Traggriff für den Motor dient. Die Abgase werden durch Wasser gekühlt und gelangen durch einen großen Auspufftopf vollständig entspannt ins Freie. Die Wasserkühlung erfolgt zwangsläufig ohne Pumpe und bedarf daher keiner besonderen Wartung. Das Wasser wird durch ein klappbares Steigrohr, dessen Öffnung dem Fahrstrom entgegentaucht, in den Zylindermantel hinaufgedrückt und fließt durch die hohle Propellerwelle wieder ab. Unterstützt wird dieser Vorgang durch den Saugzug an der Unterseite des Propellers und durch die Fliehkraftwirkung der Auslaufkanäle.

Propeller und Propellerwelle

An den Motor schließt sich die Propellerwelle an. Sie ist als Kühlwasser-Abfluss ausgebildet, äußerst leicht im Gewicht und abnehmbar. Die Übertragung der Motorkraft auf die Propellerwelle erfolgt durch Schraubenräder, die so übersetzt sind, dass die beste Ausnutzung der Motorleistung erreicht wird. Der hohe Wirkungsgrad des Zwei-Flügel-Propellers wird durch die besondere Form seiner Steigung herbeigeführt, die zugleich eine vielseitige Verwendung des Sachs-Seitenborders für verschiedene Bootstypen möglich macht. Vor Beschädigung durch Anschlagen an harte Gegenstände wird der Propeller durch den Scherstift bewahrt, der bei harten Stößen abschert und die Verbindung mit der Welle sofort unterbricht.

sb025_400pxBedienung

Die Bedienung ist denkbar einfach und kann von jedermann ohne besondere Kenntnisse vorgenommen werden. Die Inbetriebsetzung erfolgt durch einfaches Ausziehen des Anwerfseiles. Die Fahrgeschwindigkeit wird lediglich durch den Gashebel reguliert. Das Boot wird durch ein gewöhnliches Steuerruder gelenkt.

Geschwindigkeit

Ungefähr 12 – 18 km/h (in ruhendem Wasser) je nach Bootsform und Belastung.

Brennstoffverbrauch

Der Brennstoffbehälter fasst 2 1/2 Liter und diese Brennstoffmenge reicht für ungefähr 2 1/2 Stunden Fahrt aus.

Befestigung am Boot

Der Sachs-Seitenbord-Motor kann mit dem eigens dafür geschaffenen Halter an jedem Falt-, Paddel- oder offenem Boot ohne Verletzung des Bootskörpers angebracht werden. Die Klemmbügel aus Leichtmetall – durch je eine Flügelmutter angeklemmt – passen sich jedem Süllrand an. Das Halterohr endet in einem Bajonettverschluss, an den der Haltearm des Motors aufgeschoben ist. Der Motor, der auf diesem Halter schwenkbar bleibt, wird durch eine selbsttätige Arretierung festgehalten. Das An- und Abbringen des Motors erfolgt in kürzester Zeit. Anstelle des Halterohres kann der Motor auch an einer Bordplatte mit dazugehörigem Lagerbock angebracht werden. Bei hochbordigen Booten wird der Motor gegen geringen Aufpreis mit verlängerter Propellerwelle und verlängertem Saugrüssel geliefert. Auch die Halterohre sind in verschiedenen Längen zu haben.

Technische Daten
Hersteller Fichtel & Sachs AG, Schweinfurt
Motortyp Seitenbordmotor
Verkaufsgebiet weltweit
gebaut von – bis von: 1932   bis: ???
Verkaufspreis 195,- RM ab Fabrik mit Aufhängung (1937 bis 1939)
Leistung in PS 2,0 PS bei  U/min
Verdichtung
Treibstoff Gemisch 1:25
Takt Zweitakt Otto-Motor
Bohrung 48 mm
Hub 54 mm
berechneter Hubraum 98 cm3
Zylinderanzahl 1
Zylinder Anordnung liegend
Kühlung Pumpenlose Wasserkühlung
Einspritzung, Vergaser
Kraftstoffverbrauch ca. 1,0 l / h
Zünd- und Lichtanlage
Leistung: 5 W, bis 8 Volt
Startanlage
Automatischer Handstarter mit Startseil
Getriebe
Länge
Breite
Höhe gesamt
Gewicht ca. 13 KG
Handbuch

Sachs Seitenborder

Handbuch

Anweisung kurz gefasst

  • Messstab am Getriebe-Einfüllstutzen herausschrauben und den Ölstand kontrollieren!
  • Nach dem Einsetzen der Propellerwelle Überwurfmutter mäßig stark anziehen und den darunter liegenden Gummiring an die Mutter schieben!
  • Motor so am Boot befestigen, dass der hochstehende Propellerflügel 15 bis 20 cm unter dem Wasserspiegel liegt!
  • Rohrschellen am Halterohr nicht zu stark anziehen!
  • Vor dem Anwerfen Saugrüssel in Betriebsstellung ausschwenken!
  • Am Tankverschluss Rändelschraube bis zum Anschlag öffnen!
  • Beim Anwerfen Gashebel halb öffnen; beim Wiederanwerfen, also bei warmem Motor, Gashebel nur etwa l/4 öffnen und keinesfalls auf den Schwimmer des Vergasers tupfen!
  • Etwa 30 bis 40 m vor dem Ziel Benzinhahn abstellen und Motor solange laufen lassen, bis der Brennstoff im Vergaser aufgebraucht ist!
  • Das federnde Ende des Halterohres sowie das obere Ende der Propellerwelle vor Schmutz schützen!
Bildmaterial
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